Heute öffnen wir bereits das 11. Türchen unseres Adventskalenders. Doch warum gibt es diesen Brauch eigentlich und wann erstand er?

Um ebendiese Fragen zu klären, reisen wir nun zurück in das 19. Jahrhundert. Wir befinden uns im Dezember des Jahres 1838, dem vermutlichen Entstehungsjahr des Adventskalenders. Der achtjährige Konrad darf an diesem Morgen die elfte Kerze anzünden. Er freut sich schon sehr auf Weihnachten und kommt dem Fest jeden Tag eine Kerze näher. Er hatte bislang noch nie einen Adventskalender. Doch dieses Jahr ist alles anders. Er war in das evangelische Knabenrettungshaus „Rauhes Haus“ bei Hamburg gekommen, da seine Eltern zu arm waren, um ihn großzuziehen. Die anderen Knaben erzählten ihm von dem Weihnachtsfest, welches immer am 24. Dezember stattfindet. Konrad war zwar evangelischen Glaubens, hatte zu Weihnachten aber noch nie Geschenke bekommen. Er war aufgeregt und fragte jeden Tag den Leiter des Hauses, Johann Heinrich Wichern, wann es denn so weit sei. Irgendwann hat Herr Wichern anscheinend genug von der andauernden Fragerei der vielen Jungen und erfindet den ersten Adventskalender – ein Holzkranz mit 4 großen weißen (für die 4 Adventssonntage) und 20 kleinen roten Kerzen. Jeden Tag darf beim morgendlichen Gottesdienst eine angezündet werden. Mit der Zeit entstehen weitere Möglichkeiten, um die eigene Vorweihnachtsstimmung jeden Tag etwas zu steigern. Beispiele dafür sind eine Weihnachtskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt wird, an die Wand gemalte Kreidestriche, von denen man täglich einen abwischen darf oder eine Krippe in die man jeden Tag ein Strohhalm legt. Aber nicht jedes Kind hat einen solchen Kalender, denn richtig bekannt und beliebt wird er erst später.

Der erste „richtige“ Adventskalender entsteht circa 5 Jahrzehnte später. 1902 veröffentlichen deutsche Buchhandlung und Verlage erstmals gedruckte Kalender für Kinder.

Die mit Schokolade gefüllten Adventskalender kommen letztendlich 1958 in die deutschen Läden. Allerdings ist dies ist bei weiten nicht der einzige erhältliche Weihnachtskalender im Handel. Ob mit Chips, Kosmetik, Bier, Tee, Büchern oder Elektronik bestückt, mittlerweile gibt es ihn fast überall und in jeder Ausführung. Schließlich öffnen auch wir hier jeden Tag ein Türchen unseres ganz persönlichen Adventskalenders.

Olivia Golla

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