Von den Eltern auf den roten Teppich gezerrt und abgestürzt: Wenn das ruhmreiche Leben der Kinder-Stars zum größten Albtraum wird.

Viele Menschen sagen, dass sie sich ein Leben als Berühmtheit wünschen. So perfekt erscheint die Welt der Idole unserer Zeit. Doch genauer betrachtet, ist das Leben vieler Prominenter nicht mehr als eine besser bezahlter „Big Brother“- Show und endet oft in verzweifelten Versuchen, sich aus den Fängen der ständigen Beobachtung zu befreien oder in öffentlichen Eskapaden.

Was gibt es Schöneres als Reichtum, Ruhm und Erfolg? Wenn Kinderstars erwachsen werden, kommt es nicht selten zu einem totalen Absturz, denn das aufregende Leben als Prominenter kann vor allem in jungen Jahren ein Fluch sein. Nach einer sehr steilen Karriere während der Kindheit, folgt der tiefe Fall und Sexskandale, Alkohol – und Drogenexzesse sorgen für Schlagzeilen. Britney Spears und Lindsay Lohan sind nur zwei der sehr vielen bekannten Beispiele.

Das Problem der Prominenten, insbesondere von Kinderstars, ist nicht, dass sie berühmt werden wollen, sondern berühmt bleiben wollen oder sogar müssen. Als Kinder haben sie das Leben nur als bessere Reality-Show kennengelernt. Eine normale Kindheit? Unmöglich. Privatsphäre? Ein Fremdwort.


Ganz schön traurig

Promi-Kindern bleibt nichts anderes übrig als unter sich zu bleiben und lernen somit kein normales Sozialverhalten kennen. Die kleinen Promis haben keine Möglichkeit, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen, sondern werden nur von den Gelüsten nach Bewunderung und Luxus getrieben. Schon von Anfang an werden sie kleine Diven und Egomanen und erfahren von der Öffentlichkeit dafür auch noch Bestätigung. Kein Wunder also, dass die Kinder so missraten.
Von den Eltern verhätschelt, von den Kameras beobachtet, von dem Publikum geliebt, von jedem erkannt.

Geklaute Kindheit

Die Kinder lernen, sich dich Kameras regelrecht anzubiedern und immer einen tollen Eindruck zu machen. Doch nicht nur die Kinder selbst sind schuld an ihrem Absturz, sondern auch ihre Eltern. Diese weisen ihren Kinder nicht einfach den Weg der großen Karriere, sondern treiben sie sogar unbarmherzig voran. Die Kinder sollen die Träume ihrer Eltern ausleben. Das beste Beispiel dafür ist wohl Michael Jackson, der, vor allem von seinem Vater, dazu gedrängt wurde eine Karriere als Sänger zu werden.
Für solche Ziele gehen viele Eltern zu weit, da die Erziehung dann nicht mehr zum Wohle des Kindes ist, sondern zum Wohle der Karriere. Viel Raum für tiefe Gefühle und Individualität bleibt da nicht.

Und irgendwann kommt die Zeit, da die Kinder erwachsen sind. Und dann sind die kleinen einfach nicht mehr so süß und bekommen keine großen Rollenangebote mehr. Das Leben als großer Star ist vorbei, doch wissen die ehemaligen Kinderstars dann nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Plötzlich ist man frei und doch mehr gefangen als zuvor. Die Folgen sind verheerend, weil die fehlende Kindheit oder Jugend einen lange verfolgen wird. Die Defizite werden immer sichtbarer und irgendwann bricht das Verlangen nach Freiheit und Rebellion im extremen Maße aus. Alles, was sie verloren haben, versuchen sie in kürzester Zeit wieder aufzuholen.

Trost finden sie dann in Alkohol, Drogen und exzessiven Partys. Aus einem kleinen „Kevin allein zu Haus“ wird Macaulay Culkin, Häftling wegen Drogenbesitzes.
Nur die wenigsten schaffen es nach einer Therapie und dem Aufenthalt in einer Entzugsklinik wieder auf den rechten Weg.
Promis wie Lindsey Lohan klammern sich mit einer solchen Verzweiflung an ihre Leben als Star, dass sie öffentliche Skandale nutzen, um die Kameras wenigstens einen Moment auf sie zu richten. Viele verkaufen ihre Privats- und Intimsphäre regelrecht, indem sie öffentlich über ihr Liebesleben reden, Nacktfotos in dem Umlauf bringen und Reality-Shows mitmachen oder sogar, wie bei den Kardashians, selbst produzieren.

Wie konnte es dazu kommen?

Die Kinder sind eigentlich diejenigen, die am wenigstens dafür können, dass sie solche Probleme haben, sie wusssten und wissen es nicht besser..
Doch wir müssen uns auch eingestehen, dass wir als die Konsumenten eine Mitschuld haben. Wir wollen die permanent neue Informationen über unsere Lieblingsstars. Wir treiben die Verkaufszahlen von BRAVO, Gala, Bunte und wie sie alle heißen in die Höhe und beauftragen die Paparazzi regelrecht, für uns die exklusivsten, brisantes und intimsten Bilder und Stories hervorzukramen. Wir sorgen durch unser Jubeln dafür, dass Kinderstars sich nur gut fühlen, wenn sie im Mittelpunkt stehen.

Was stimmt mit uns nicht?

Leuten, die sagen: „Früher hatten Prominente nicht so viele Probleme“ kann man nur bedingt zustimmen. Die Beobachtung durch Paparazzi war nicht so extrem und die Privatsphäre von den Promis wurde mehr geachtet. Auch waren die Eltern damals nicht so krankhaft ehrgeizig. Ein Beispiel dafür ist Julia Roberts, deren Eltern eine zwar eine Schauspielschule leiteten, aber dennoch auf dem Teppich geblieben waren. Doch, wie gesagt, nur bedingt: George Clooney hatte schon im Alter von fünf Jahren erste Schauspielerfahrungen gesammelt und, ehrlich gesagt, kann man nicht sagen, dass es ihm so gut bekommen ist. Er ist vielleicht ein Idol unter den Schauspielern, doch seine zahlreichen Affären und seine Unfähigkeit, längerfristige Beziehungen einzugehen, zeigen, dass auch an ihn der Druck der Öffentlichkeit verkorkst hat.

Eindeutig schuldig sind natürlich die Eltern, die es haben soweit kommen lassen. Doch wollen die lieben Mütter und Väter ihre Sprösslinge nicht unbedingt auf der Leinwand sehen, nein, grade kleine Mädchen werden gerne gezwungen in Stöckelschuhen auf den Laufsteg geschickt.

In den Vereinigten Staaten werden so genannte „Little Miss-Pageant“, also Schönheitswettbewerbe für kleine Kinder veranstaltet. Das Durchschnittalter der Mädchen liegt bei sechs Jahren. Sie werden von ihren ehrgeizigen Müttern, die ihren Misserfolg kompensieren wollen angezogen und geschminkt, um wie eine Puppe auszusehen. In der US-Reality-Soap „Toddlers and Tiaras“ wurde gezeigt, dass ein dreijähriges Mädchen tatsächlich von ihrer Mutter als Prostituierte verkleidet und auf die Bühne geschickt wurde. Sogar sechs Monate alte Babys dürfen an solchen Wettbewerben teilnehmen, doch dementsprechend sollten sie dann auch perfekt gebräunt sein und glitzern. Stolz erzählt eine Mutter davon, dass sie bereits 250.000 Dollars investiert hat, damit ihre Tochter an Schönheitswettbewerben teilnehmen kann. Und ihrem eigenen Gesicht sieht man auch 250.000 Dollars Botox, Silikon und Eigenfett an. Wie teuer diese Operationen sind, ist egal, denn mit jedem gewonnen Wettbewerb ihrer Tochter gibt es wieder viel Geld, ein hübsches Krönchen und natürlich den Titel der Schönheitskönigin. „Money, money, money“, das ist die Antwort der damals fünfjährigen Asia Mansur, die wohl bis heute bekannteste Kinderschönheitskönigin, auf die Frage was sie an solchen Events besonders mag. Eine fehlende Kindheit sieht man ihr an, aber anscheinend hat Asia, die von ihrer Mutter und ihrer Oma zu einer Barbie gemacht wurde, nichts daraus gelernt, denn inzwischen ist sie 21 Jahre alt, nimmt weiterhin an Schönheitswettbewerben teil und trainiert junge Mädchen aus ihrer Gegend zur Schönheitskönigin.

Auch hier sieht man wieder, wie kleine Kinder regelrecht bei öffentlichen Veranstaltungen geopfert werden, um das Ego ihrer Mütter zu befriedigen. Dabei wird die physische Gesundheit der Kinder in höchstem Maße riskiert, aber auch die psychische, denn diese Kinder lernen nie Freundschaft kennen, nur Konkurrenz.

Fazit

Gegen das Leben vieler Promis ist eine Folge „Big Brother“ geradezu ein Witz. Und wir können froh sein, dass wir nicht in die Rolle einer Lindsey oder eines Macaulay schlüpfen müssen. Es reicht, wenn wir unser Leben auf Facebook präsentieren.


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