Das Wort “Flashmob“ kommt aus dem englischen und leitet sich, wie nicht anders zu erwarten, von den Wörtern “flash“ (Blitz) und “mob“ (Pöbel oder Volk) ab. Heute würde man natürlich Volk vorziehen.

Somit bezeichnet ein Flashmob eine spontane Zusammenkunft mehrerer Personen, die einander gar nicht kennen und zusammen ungewöhnliche Dinge tun. Allerdings ist in den letzten Jahren aus dem Flashmob schon fast eine Art Volkssport geworden: Die Events werden meist über Handy, Facebook oder Kettenbriefe organisiert. Leider dauern Flashmobs nur wenige Minuten, so dass eine Teilnahme ohne vorherige Informationen sehr schwierig ist.

Den allerersten Flashmob veranstaltete Anfang der Neunzigerjahre der Niederländer Will Spoor, der mit einem Zebra ein Fußgängertheater ins Leben rief. Er führte spontane Darbietungen an verschiedenen Orten in der ganzen Stadt durch, somit kann diese Aktion als der erste Flashmob der Geschichte angesehen werden. Die meisten Flashmobs gab es danach in den USA, bis die Modererscheinung 2003 auch in Europa populär wurde. Der große Durchbruch blieb dem Flashmobbing aber verwehrt, denn nach vereinzelten Aktionen verschwand die Bewegung im Herbst 2003 wieder von der Bildfläche. Erst 2007 wurde die Idee von Gewerkschaften wie ver.di wieder aufgegriffen, um gesellschaftliche Ziele durchzusetzen. Allerdings gibt es auch schlechte Nachrichten über den Flashmob, so zum Beispiel aus Philadelphia im Jahr 2010: Dort lebten Jugendliche wie ein echter Mob ihre Gewaltbereitschaft aus.

Die populärsten Flashmobs fanden alle erst vor kurzem statt, so z.B. der zum Lied „Glow“ vom Euro Vision Song Contest 2010, bei dem tausende Menschen europaweit tanzten. Dies kann ohne Zweifel als eine der größten Aktionen dieser Art bezeichnet werden. Ein weniger aufsehenerregender Flashmob war der am 29. März 2008. An diesem Tag wurden in einer McDonalds-Filiale ganze 10.355 Burger auf eine Bestellung gekauft.

Sogar in Hannover gibt es Flashmobverbände, die sich via Facebook organisieren. So am 7.7. 2011, wo mehrere hundert Jugendliche mit einer riesigen Wasserschlacht den Beginn der Sommerferien feierten. Allerdings gibt es viele verschiedene Arten von Flashmobs, die Wasserschlacht vor dem Hauptbahnhof in Hannover war nur eine davon. So wurde in einer Facebook-Gruppe zum Beispiel der Beitrag eines kanadischen Fernsehsenders gepostet, der sich mit der Umweltproblematik  auseinandersetzte, das durch Plastikflaschen verursacht wird. Um auf das Problem aufmerksam zu machen hat der Sender eine Plastikflasche vor dem Mülleimer eines Kaufhauses platziert und darauf gewartet, dass jemand die Flasche beherzt in den Mülleimer wirft. Die junge Frau, die dies tat, fand sich dann in einer klatschenden Menge von über hundert Leuten wieder, die allein wegen dieses Flashmobs in das Kaufhaus gekommen waren.

Flashmob

 Der Gegensatz

Eine andere Variante des Flashmobs ist der Smartmob. Auch hier treffen sich mehrere Leute, allerdings hat ein Smartmob einen politischen Charakter und äußert sich meist in oppositionellen Protesten. Eine weitere Art des Flashmobs, welche sich verbreitet, ist der Carrotmob. Beim sogenannten Carrotmob werden Geschäfte angeworben, die ihren Energiehaushalt verbessern wollen. Das Unternehmen gibt dann an,  welchen Anteil ihrer Tageseinnahmen sie in die Klimaschutzmaßnahmen investieren wollen. Der Laden der am meisten bietet, darf der Gastgeber der Carrotmobs sein. Wenn die Einrichtung feststeht, wird die Öffentlichkeit aufgerufen, an einem bestimmten Tag in dieses Geschäft zu gehen und dort zu kaufen oder zu essen. Der Unternehmer steigert so seinen Umsatz zugunsten des guten Zwecks.

Tops und Flops

Es gibt sogar eine Top 10-Flashmob-Liste. Platz eins geht an  eine riesige Kissenschlacht in Oldenburg. Platz zwei geht an einen Freeze-Flashmob (also eine Aktion, wo alle plötzlich stehen bleiben und sich nicht bewegen) in Nürnberg und Platz drei an einen weiteren Freeze-Flashmob in Bremen. Platz vier belegt ein Gebets-Flashmob. Tausende Menschen trafen sich, um nach ihren Riten zu beten und einige taten das nackt. Platz fünf geht an einen Flashmob aus Lübeck. Dort haben 40 Radfahrer einen Kreisverkehr lahmgelegt, indem sie rundherum gefahren sind.

Der sechste Platz geht ebenfalls nach Lübeck und zwar an eine Menschenkette in einem Kaufhaus. Das Ehepaar in der Mitte konnte nur mitmachen, um seinem Gefängnis zu entfliehen. Platz sieben belegt eine Straßenbarrikade in Dresden, wo an die 70 Leute das Lutherdenkmal umringten und sich auf den Boden legten. Platz acht nimmt ein Domino-Flashmob ein, abermals in Dresden, wo 125 Personen nacheinander umgekippt sind. Für viele Passanten eine echte Plage und ein wirklicher Schreck, denn schließlich fallen Personen ja nicht einfach um. Platz neun geht an einen Kuscheltier-Flashmob in Berlin. Jeder brachte Kuscheltiere mit, die in einen Kreis geworfen wurden und anschließend von der Berliner Tafel an bedürftige Personen verschenkt wurden. Platz zehn geht an eine Wasserschlacht in Darmstadt,  wo – wie in Hannover – der Sommer gefeiert wurde.

 Gefahren

Kann der Flashmob auch falsche Hintergedanken haben? Gibt es Personen, die mit Flashmobs nur ihre Ziele durchsetzen wollen? Dabei sind Flashmobs doch eigentlich friedliche Events. Kann man Menschen durch die Idee Flashmob kontrollieren?

Natürlich nehmen viele Personen Flashmobs als Hilfsleistung, um auf ihre Aktionen aufmerksam zu machen, zum Beispiel am 24.04.2010 in Wien am Stephansdom. Dort ließen sich an die 30 Atomgegner wie tot auf den Boden fallen, um danach ihre Umrisse wie bei Leichen nachzuziehen. Auf diese Weise wollten sie auf die möglichen Folgen der Atomkraft aufmerksam machen. Allerdings hat auch die Telekom einen Flashmob veranstaltet, zumindest nannte ein Sprecher der Telekom die Aktion so.

Mehrere Profitänzer tanzten und lockten Passanten an, die sofort von freundlichen Vertretern der Telekom angesprochen wurden. So hat die Telekom mit Sicherheit ihren Umsatz gesteigert. Man kann sich darüber streiten, ob dies jetzt eine Ausnutzung des Flashmobs und eine Massenmanipulation war, aber auf jeden Fall hatte diese Aktion nur ein Ziel: die Passanten dazu zu überreden, bei der Telekom Kunde zu werden.

Verbot von Flashmobs?

Auch können über Facebook viele Leute dazu aufgerufen werden, für bestimmte Dinge zu voten. Aber das ist schließlich nicht verboten, jeder Wahlkampf hat ja schließlich die Absicht, viele Leute davon zu überzeugen, dass man diese Partei wählen soll. Und ein Internetaufruf über Facebook, Skype o.ä. ist nicht verboten. Somit sollte die Absicht eines Flashmobs auch immer kritisch hinterfragt werden. Wie bei allen Situationen im Leben sollte man erst einmal nachdenken was man da überhaupt tut, und sich nicht einfach von anderen mitreißen oder manipulieren lassen.

 


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