„Es ist rosa, es glitzert und ich muss es haben!“ – Wie geschickte Werbung die menschliche Gier in uns weckt und unser Denken beeinflusst

Unsere Straßen, Fernsehprogramme, Autos, Häuser und Computer sind zugepflastert mit Werbung, der Konsum steigt von Generation zu Generation, aber beherrscht er uns schon?
„Unter Konsum (lat. consumere „verbrauchen“) versteht man im Allgemeinen den Verzehr oder Verbrauch von Gütern. Im volkswirtschaftlichen Sinne steht der Begriff für den Kauf von Gütern des privaten Ge- oder Verbrauchs durch Konsumenten (Haushalte).“ (Wikipedia)

Der Konsum hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine extreme Wandelung durchgemacht. So haben unsere Eltern oder Großeltern sicherlich kein iPhone unter ihrem Tannenbaum gefunden. Mittlerweile besitzt so gut wie jedes Kind ein Handy, einen PC, einen Fernseher und eine ganze Masse an Klamotten. Der Konsum wächst. Alles begann mit dem Wochenmarkt, wo nur das Lebensnotwendige eingekauft wurde, zuerst getauscht, dann in „bar“ bezahlt. Der Handel breitet sich aus, die ersten Börsen werden gegründet. Dinge, die für uns heutzutage völlig normal sind, entwickelten sich allmählich – wie beispielsweise das Einrichten der Wohnung oder die Kreation eines eigenen Kleidungsstils. Im Laufe der Jahrzehnte erlebt der kulturorientierte Konsum einen Aufschwung; Bücher, (Stumm-)Filme, oder Schallplatten werden immer wichtiger. Die Menschen können sich mittlerweile nicht mehr nur das Lebensnotwendige, sondern auch Luxusgüter kaufen, die Menschen werden reicher, die Güter erschwinglicher. Damit sind wir im 21. Jahrhundert trotz Wirtschaftskrise an einem Höhepunkt. Billigproduktionen in Entwicklungsländern bieten uns gute Ware zu Spottpreisen. Gehälter, für die Menschen früher wochenlang arbeiten mussten, werden von Managern und Bankern heutzutage innerhalb von einer Stunde verdient.

Werbung ohne Ende

Wir denken heute nicht mehr, wir kaufen einfach. Die Werbung macht es uns schmackhaft, die Wirtschaft bietet uns billige Preise. Und trotzdem befinden wir uns in einer Wirtschaftskrise. Alles ist zu teuer, die Spritpreise steigen und nicht mal mehr im Winterschlussverkauf kann sich unsere geizige Generation etwas leisten. Geiz ist geil und man spart auf ein neues Handy, einen neuen PC oder die superschicke Handtasche aus dem World Wide Web. Und was ist dran schuld? Die Gier des Menschen. Die Werbung weckt sie, und lässt uns nicht in Ruhe. Jeden Tag hämmern neue Werbespots auf uns ein, egal ob aus dem Radio, dem Internet oder ganz „klassisch“ aus dem Fernsehen. Sie verfolgen uns, rufen bei uns an, stellen Stände in unserem Lieblingseinkaufszentrem auf und bieten uns Probierpakete an. Wir können gar nicht anders als kaufen, wir müssen in-style sein und mit unserer Zeit gehen. Und unsere Zeit will größere Dinge, wir träumen nicht mehr von einem Buch, einer Blockflöte oder Puppen, wir wollen Smartphones, Tablets und Designer-Handtaschen. Immer up to date zu sein ermöglichen uns die neuen Technologien und kaum sind wir im Netz, geht es auch schon weiter. Wir klicken uns durch ganze Werbewälder und überhaupt ist Online-Shopping ja auch viel günstiger und bequemer als sich in ein völlig überfülltes Kaufhaus zu quälen. 3…2…1… “Meins!“ ist das Motto unter dem wir einfach bunt bestellen. Auch der wöchentliche Großeinkauf ist von Werbung geprägt, Haribo macht Kinder froh, Nutella macht den Morgen und Redbull verleiht Flügel. Wovon uns gesagt wird, dass es gut, davon wissen wir auch, dass es gut ist. Außerdem mögen die Kinder es ja, und man kann sich auch gratis Sticker im Internet runterladen. Ab in den Urlaub müssen wir auch, um eine Auszeit von unserem wirklich harten und gar nicht komfortablen Leben zu nehmen. Wir brauchen mittlerweile schon ein ganzes Paket um cool zu sein, coole Klamotten, mindestens ein Smartphone, ein Laptop und wenn möglich sollten die Eltern auch keine Hartz IV-Empfänger sein. Unsere Generation ist oberflächlich geworden, aber auch selbstständiger. Früher ging es beim Ansehen um die gesellschaftliche Stellung, und den Beruf des Vaters, heute um unser eigenes Aussehen, unser eigenes individuelles Erscheinen. Und da verspricht uns der Markt vieles, um dieses aufzubessern. Aber ich bin doch nicht blöd?! Brauche ich das alles? Natürlich nicht. Wir leben längst über unseren Verhältnissen, kaufen fast nur noch Luxusgüter die wir eigentlich gar nicht brauchen. Theoretisch haben wir hier genug Geld, um alles Lebensnotwendige zu kaufen. Trotzdem sieht es knapp aus. Warum? Natürlich weil Berge von Klamotten, Cluburlaub und Kinobesuche nicht lebensnotwendig sind. Aber wir wollen es, weil es schön ist, weil es unser Dasein angenehmer macht. Wir haben fast schon verlernt ohne Konsum zu leben. Wir gehen mit unseren Freunden ins Kino oder Shoppen, wir konsumieren, und das durchgehend. Doch werden wir alle vom Konsum beherrscht, oder nur unsere junge Generation? Schaut man sich ältere Menschen an, z.B. die Großeltern wirken nicht sie nicht so konsumsüchtig wie wir. Sie brauchen keine Smartphones, sie legen keinen Wert auf schöne Klamotten. Funktionalität, das ist es worauf es ankommt, sagt Opa immer. Und eigentlich stimmt das ja auch. Doch sicherlich haben auch sie sich, als sie jung waren, hippe Klamotten und Schallplatten gekauft. Also ist es insgesamt vielleicht eher eine Frage des Alters, aber besonders des Lebensstandards.

Denkt man an Konsum, kommen einem direkt die großen Industrienationen in den Kopf, China, Amerika oder Deutschland. Alles ist „Made in China“, und die Asiaten sind so viele, dass sie natürlich auch viel konsumieren. Wir, hier in Deutschland, sind mittlerweile so wohlhabend und geizig geworden, dass wir unser Geld nicht mal mehr mit den eigenen Nachfahren teilen wollen, das heißt, wir sind und werden zwar weniger, aber trotzdem kaufen und kaufen und kaufen wir, weil wir es uns leisten können. Und oft ist uns das gar nicht bewusst, wie gut wir es haben. Wir wollen immer, immer mehr und sind nie zufrieden.
Warum konsumieren wir also? Weil wir denken, dass es uns glücklicher macht, oder weil wir der festen Überzeugung sind dass es notwendig ist. Das stimmt in den meisten Fällen natürlich nicht. Vielleicht sollten wir uns deswegen beim nächsten Shopping vielleicht mal fragen, was wirklich wichtig ist und was man eigentlich nur kauft, weil es im Angebot ist.


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