In der Schule lernen wir schon heute, dass die Medien die „vierte Staatsgewalt“ neben der Exekutive, Legislative und Judikative sind. Im ersten Moment mag sich das zwar komisch anhören, doch wenn man genauer darüber nachdenkt, kommt man zu dem Schluss, dass diese Behauptung stimmen muss. Fast alle Meinungen, die ein Mensch vertritt, stammen aus der Zeitung, aus dem Fersehen oder anderen Medien.

Stell dir vor: Du stehst auf an einem schönem Samstag-Morgen, gehst zum Briefkasten, freust dich auf ein leckeres Frühstück mit Zeitung…. ABER DANN DER SCHOCK: Die Todesgurke…Sie hat wieder zugeschlagen!!! Eine Woche später, dieselbe Zeit, derselbe Ort: Der erneute Schock! Guttenplag-Es ist alles nur geklaut!
Von den Medien wird jede Fliege zum Elefanten gemacht, doch ist das immer nur negativ? Hat es nicht vielleicht auch manchmal eine positive Seite wenn ein medialer Hype entsteht? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen…

Massenhype?

Erinnerst du dich noch an EHEC? Kennst du sie noch? Die Krankheit, die in diesem Jahr für Wochen die Medien in ganz Deutschland bestimmt hat? Und jetzt? Nur wenige Monate danach, ist die Salat- und Sprossenangst schon wieder vergessen. Jeder isst wieder die Dinge, die damals noch als „Mördergemüse“ bezeichnet worden sind. Doch welches Gemüse war wirklich Schuld? Am Anfang war es die spanische Gurke, die nach ein paar Tagen den Titel des EHEC-Erregers an die Tomate und dann an den Salat verlor, doch nach einigen Spekulationen stellte sich heraus, dass es Sprossen aus Niedersachsen waren, die den Erreger ins Essen brachten. Bis man endlich sicher sein konnte, den richtigen Verursacher gefunden zu haben, ergriff nicht nur eine mediale Panikattacke die Massen, sondern es kam auch zu zahlreichen Neuinfektionen. Von Norddeutschland aus breitete sich die Krankheit weiter aus, bis es mehrere hunderte Infizierte gab. Man kam leider erst viel zu spät auf den Erreger, sodass viele Menschen schon vorher an EHEC verstorben waren. Insgesamt gab es ca. 4300 Infizierte, von denen ca. 50 EHEC-Patienten innerhalb von drei Monaten verstarben. War die Panik, die in den Medien verbreitet wurde, also angemessen?

Ist doch Schwachsinn!

Medien2Zum Vergleich: Auf Deutschlands Straßen sterben täglich 10 Menschen bei Verkehrsunfällen. Die Gefahr im Straßenverkehr zu sterben ist also auch nicht gerade gering. Trotzdem gab es im Land wochenlang eine große Unruhe, weil niemand mehr wusste, was er überhaupt noch essen kann. In den Supermärkten kam der Handel mit Gurken, Tomaten und Salat fast vollständig zum Erliegen. Das lag vor allem an den Medien, die von Anfang an eine riesige Aufregung um die Krankheit machten. Wer traut sich denn auch noch Gemüse zu essen, wenn man morgens beim Zeitunglesen schon mit Schlagzeilen wie „Essen gefährdet ihre Gesundheit“, „Die Todesgurke hat wieder zugeschlagen“ oder auch „Mördergemüse -Was ist überhaupt noch gesund?“ konfrontiert wird. Sogar von „einem Staat, der das Vertrauen in den Salat verliert“ und nun Angst hat vor der „grünen Gefahr“ war die Rede. All diese Schlagzeilen und Sondersendungen im Fernsehen und Radio haben nicht gerade dazu beigetragen, dass die Angst vor der Krankheit verschwindet. Wäre es nicht besser gewesen, die Medien hätten nur halb so sensationsorientiert reagiert? Hätte es diese Sensationslust nicht gegeben, wäre Deutschland mit Sicherheit nicht in derartige Panik verfallen. So hätte auch die Landwirtschaft einen wesentlich kleineren Schaden gehabt. Natürlich ist es die Aufgabe der Medien die Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Stand zu informieren, aber das geht auch mit einer kleineren Aufmache. Es gab zum Beispiel nicht wenige Experten, die der Meinung waren, dass gründliches Abspülen des Gemüses und regelmäßiges Händewaschen ausreichend sind, um gut geschützt zu sein.

Der reinste Wahnsinn

Gut geschützt ist ein gutes Stichwort, denn die meisten Studenten werden das nämlich von ihren Professoren, bei denen sie ihre Doktorarbeit abgeben. Bei den Desertationen wird jedenfalls nicht so stark darauf geachtet, ob der Inhalt geklaut ist oder nicht. Das wird natürlich erst dann interessant, wenn es eine Person des öffentlichen Lebens tut, wie z.B. unser Schummeldoktor Karl-Theodor zu Guttenberg. Auch wenn der Fehler erst einige Jahre danach entdeckt wurde, ist es bei einem Politiker natürlich etwas ganz anderes, zumal sich dieser aufgrund seiner gesellschaftlichen Position eigentlich vorbildhaft verhalten sollte. Unser ehemalige Verteidigungsminister Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg wurde von den Medien unter anderem die Frage gestellt, ob er die Namen nicht abgeschrieben habe. Mit ähnlich höhnischem Unterton reagierten die Medien auf den Fussnotenentferner. Sogar ein Lied wurde für „Gutti“ geschrieben, mit dem Titel „Ich hab alles nur geklaut“. In diesem wird unter anderem gefragt, ob er nicht einen Copy-Shop eröffnen möchte. Doch die Frage kam nicht von ungefähr, denn das Oberhaupt DER VORZEIGEFAMILIE in Deutschland hat ganze 69 Prozent kopiert.

Der kopierte Doktor

Als am Anfang das Gerücht aufkam, er habe bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben, wies K.T. die Vorwürfe als abstrus zurück. Jedoch war das Gerücht kein Gerücht sondern die Wahrheit. Nach und nach wurden immer mehr kopierte Textstellen gefunden.

Panik oder Informationen

Informieren die Medien nun also nur oder betreiben sie unverantwortliche Panikmache? Wenn wir ehrlich sind, ist die Wahrheit ein schmaler Grat. Die Medien sind in einer Demokratie einerseits dafür verantwortlich, die Bürger zu informieren, unterliegen aber selbst einem enormen kommerziellen Druck. Im Kampf um Auflagenstärke und Einschaltquoten scheint bisweilen der Blick dafür verloren zu gehen, wo das rechte Maß überschritten wird. Die Medien-Hypes lösen sich in immer schnelleren Zyklen ab. Dass die Japaner heute noch unter den Folgen von Fukushima leiden, findet kaum noch Erwähnung – der Hype um den Super-GAU ist medial ausgelutscht. Guttenberg ist als Minister zurückgetreten? Kein Problem, dann müssen eben die nächsten Themen auf die Titelblätter. Und wenn sie von ihrem inhaltlichen Gehalt nicht zu Aufmachern taugen, werden sie eben entsprechend aufgebauscht, denn Geld regiert die Welt – und die Medien…


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