1. Sie sind Schauspieler und Moderator, wollten Sie schon immer diese Berufe ausüben?

Um ehrlich zu sein, nein. Ich habe erstmal mein Abitur gemacht und bin dann zur Bundeswehr gegangen. Mein Vater ist Apotheker, deswegen war eigentlich klar, dass auch ich Pharmazie studieren würde. Doch da ich in der Schulzeit Schulsprecher war, habe verschiedene Sachen moderiert und war der Klassenclown. Da habe ich dann gemerkt, dass das voll mein Ding ist und wurde von meinen Eltern auch darin bestärkt, die der Meinung waren, ich sollte erstmal was mit dem Schauspiel versuchen, bevor ich ein trockenes Studium anfange. Deshalb bin ich schließlich zur Schauspielschule gegangen, wo ich festgestellt habe, dass das genau das ist, was ich mein ganzes Leben machen will. Von dort aus ging es dann Schritt für Schritt weiter.

2. Welche der beiden Tätigkeiten gefällt Ihnen mehr?

Das ist schwierig zu sagen, bei der Moderation bin ich eben „Thore“ und der Job als Moderator ist sicherlich mega spannend. Es gibt so viele Leute, die ich durch meinen Beruf kennenlerne, nicht nur Leute mit denen ich gearbeitet habe, sondern auch andere Prominente, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie überhaupt mal treffe. Weil dieser Beruf stetig spannend ist, macht mir das auch deutlich mehr Spaß.

3. Wie sind Sie zu The Voice Of Germany bzw. The Voice Kids gekommen?

Ich habe mich nicht hochgeschlafen! Nein, ich bin ganz normal zu einem Casting gegangen. Bei der ARD habe ich damals schon verschiedene Sachen im Internet moderiert. Dann habe ich mich durch ein Casting bei ProSieben für „taff“ beworben, was erfolgreich verlief. Und später bin ich auch zum Casting zu „The Voice“ gegangen, also ich wurde nicht angerufen und danach gefragt.

4. Und wie stellt man sich so ein Casting vor?

Man kommt in ein Büro und muss sich dann vorstellen, dass das ein Studio mit ganz vielen Zuschauern ist. Und dann moderiert man eine Sendung tatsächlich fiktiv vor drei Leuten, die einen dumm angucken und auch nicht über lustige Sachen lachen. Bei „The Voice“ ist es vor allem wichtig, dass man sich persönlich auch um die Kandidaten kümmert und wissen möchte, wie es ihnen geht. Es ist ein sehr menschliches Format und nichts oberflächliches. Ich denke, dass ist etwas, was ich gut kann und was mir auch reichlich Pluspunkte eingebracht hat.

Man kommt in ein Büro und muss sich dann vorstellen, dass das ein Studio mit ganz vielen Zuschauern ist. Und dann moderiert man eine Sendung tatsächlich fiktiv vor drei Leuten, die einen dumm angucken und auch nicht über lustige Sachen lachen.

5. Welche Unterschiede gibt es beim Moderieren der beiden Sendungen?

Für mich gibt es eigentlich überhaupt keinen Unterschied, weil ich die Kinder genauso sehe wie die Erwachsenen, wenn es um das Talent geht. Aber wenn ein Kind bei „The Voice Kids“ ausscheidet und traurig ist, dann bin ich natürlich der „große Bruder“ und fange sie auf. Bei den Erwachsenen ist das auch manchmal so, aber bei Kindern ist das natürlich viel extremer. Große Unterschiede gibt es allerdings beim Moderieren von den Shows und „taff“, was ein Nachmittagsmagazin ist und daher ganz anders funktioniert.

6. Wer ist persönlicher Lieblingsjuror?

Der Samu! Wir verstehen uns sehr gut. Aber ich bin auch ein riesiger Fan der „Fantas“, ich bin mit ihrer Musik groß geworden und fand es sehr cool, dass die Jungs auch in Wirklichkeit so sind!

Ich bin auch ein riesiger Fan der „Fantas“, ich bin mit ihrer Musik groß geworden und fand es sehr cool, dass die Jungs auch in Wirklichkeit so sind!

7. Andreas Bourani ist das neue Jury-Mitglied, wie finden Sie das? Und was erwarten Sie von Lena Gercke als zukünftige Co-Moderatorin?

Naja, dadurch ist Samu natürlich als Juror weg, was ich mit einem weinenden Auge quittiere. Aber Andreas Bourani ist ein super Typ! Ich finde seinen hessischen Dialekt echt überraschend, weil man das von ihm nicht erwarten würde, wenn man ihn nur so sieht. Ich freue mich tatsächlich auf ihn, weil ich es auch total spannend finde Menschen zu treffen, die man aus dem Radio oder aus dem Fernsehen schon kennt. Und Lena ist ein „altes ProSieben-Gesicht“ und sieht als Topmodel natürlich astrein aus! Es ist ja wirklich unfassbar, ich kriege ein Topmodel nach dem anderem als Co-Moderatorin, sei es bei „taff“ oder bei „The Voice“. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, weil ich bisher noch nie mit Lena gearbeitet habe. Ich bin sehr gespannt und hoffe, dass sie auch so viel Bock darauf hat wie ich!

8. Worauf kommt es beim Moderieren an? Finden Sie es schwierig den richtigen Weg zwischen nicht zu langweilig und nicht zu übertrieben zu finden?

Die Schwierigkeit ist oft, dass man sehr im Mittelpunkt steht, obwohl es in der Show eigentlich so ist, dass die Juroren und die Kandidaten im Mittelpunkt stehen sollen. Man muss sehr darauf achten alles zusammenzuhalten, während man vorne auf der Bühne steht. Mein Job ist es daher, dafür zu sorgen, dass die anderen umso besser dastehen. Da muss ich mich auch zurückhalten, aber das ist für mich vollkommen in Ordnung!

Thore Schölermann

Thore Schölermann im Einsatz bei der Casting Show „The Voice of Germany“.

9. Achten Sie beim Fernsehen stärker auf die Moderatoren und vergleichen Sie sich mit diesen?

Ja, logisch! Da würde ich lügen, wenn ich das nicht tun würde. Ein Maurer sieht sich ja auch Mauern an, die andere gebaut haben und klar, ich gucke auch mal, wie andere das machen. Aber es ist natürlich schwierig sich untereinander zu vergleichen. Ich schaue mir aber sehr gerne an, wie andere moderieren und was denen vielleicht auch mal schief geht. Ich bin sehr an anderen Sachen interessiert, um mich auch selber weiter zu entwickeln.

10. Was sind Ihre persönlichen und beruflichen Ziele?

Meine persönlichen Ziele sind recht simpel; ich wünsche mir, dass ich mit meiner Freundin glücklich bleibe und irgendwann auch ein Haus, Hund und Rasenmäher habe. Und beruflich läuft es momentan sehr gut und mein Wunsch ist es daher, dass es so bleibt und dass es auch weitere Überraschungen für mich gibt. Aber ich bin schon sehr dankbar für alles bisherige! Ich bin sehr gespannt auf die Zukunft, vor allem weil ich momentan so zufrieden bin.

11. Wie sieht es mit ihrem Familienleben aus?

Da werden mindestens zwei Söhne und eine Tochter bald kommen! Wir wissen nur noch nicht wann.
12. Haben Sie denn schon Namensideen?

Michi, Schmudo und Samu! Nein, so weit haben meine Freundin und ich uns keine Gedanken gemacht. Wir arbeiten beide so viel, dass wir nicht einmal Zeit für einen Hund, obwohl wir gerne einen hätten. Deshalb ist momentan wahrscheinlich der falsche Zeitpunkt für ein Kind.

13. Bei „Verbotene Liebe“ haben Sie einen Homosexuellen verkörpert, wie stehen Sie allgemein von Regenbogenfamilien?

In der Sendung haben wir auch ein Kind adoptiert, da haben wir auch lange diskutiert, was aus dem Kind werden soll. Irgendwann habe ich mir dann gedacht, dass man keinem Kind wünschen will, keine Eltern zu haben und zur Adoption freigegeben zu werden. Zwei liebevolle Väter oder zwei liebevolle Mütter sind in vieler Hinsicht besser, als ein Vater und eine Mutter, die das Kind nicht lieben. Deswegen stehe ich total hinter der gleichgeschlechtlichen Ehe, weil ich keine Nachteile und Probleme darin sehe. Das Leben findet ja trotz dessen normal statt, es ist ja nicht so, dass die zu Hause nur rumbumsen. Es ist ein Klischee, dass die Kinder darunter leiden und in irgendeiner Weise negativ beeinflusst werden.

14. Sie haben das Fernsehen schon von vielen Seiten erlebt. Ist es nicht viel mehr Schein als Sein?

Es kann ja nicht immer so sein, dass die Leute privat auch so sind, wie sie sich vor der Kamera präsentieren. Aber unsere Coaches sind wirklich sehr authentisch und ich denke, dass es auch bei mir so ist. Der Unterschied zur Realität ist vielleicht, dass man im Fernsehen wesentlich dicker aussieht! Aber sonst ist das bei „The Voice“ wirklich sehr authentisch, was bei unserem Format sehr gefragt ist. Das wird in dem ganzen Geschäft leider immer seltener.

15. Beschreiben Sie sich selbst.

Oh, das ist ja meine Lieblingsfrage! Keine Ahnung, ich bin ein direkter, loyaler, bekloppter Typ, bei dem die Direktheit auch manchmal anstrengend sein kann. Ich bin aber lieber direkt und anstrengend als zurückhaltend und hinterlistig.

16. Erzählen Sie uns spontan ein Erlebnis aus Ihrer Schulzeit.

Da gibt es viele! Ich war notenmäßig ein schlechter Schüler und war jemand, der sehr viel geredet und sich das Nichtwissen durch viel Reden kompensiert hat. Eine meiner lustigsten Sache ereignete sich bei einem Abistreich. Es wurden Freiwillige gesucht, die Lehrern Torten ins Gesicht werfen durften und ich habe mich natürlich freiwillig gemeldet. Weil ich den Lehrer noch nie leiden konnte, habe ich die Torte nicht geworfen, sondern bin nach vorne gegangen und habe sie ihm richtig ins Gesicht gedrückt. Das war danach mein Stufenleiter, ihr könnt euch ja sicherlich vorstellen wie meine Oberstufenzeit verlief. Ihr könntet noch eure ganze Schülerzeitung mit meinen Schulgeschichten füllen, aber die darf ich nicht mehr alle erzählen, weil ich in der Öffentlichkeit stehe. Deswegen: Meine Schulzeit war friedlich und ich war immer ein guter Schüler.

17. Haben Sie ein Lebensmotto?

Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen und alles grundsätzlich positiv zu sehen. Ich bin ein radikaler Optimist!

18. Gab es heute denn schon eine gute Tat?

Heute noch nicht, aber irgendwie wird sich schon eine Gelegenheit bieten. Vielleicht spendiere ich dem Team Kaffee.

19. Wir haben jetzt noch fünf Fragen, die niemand fragt:

Singen Sie unter der Dusche? – Ja, und auf dem Klo.
Worin dippen Sie Ihre Chicken Nuggets? – In Currysauce, ganz klassisch.
Was ist Ihr Song der Woche? – Firefly
Lidl, Aldi oder Kaufland? – Lidl! Das ist bei uns direkt ums Eck und ich bin waschechter Lidler!
Was machen Sie im Falle einer Zombieapokalypse? – Ich bin tip top vorbereitet! Im Falle einer Zombieapokalypse habe ich zu Hause eine Kiste, in der von einer Gasmaske zu einer kugelsicheren Weste und Nahrung alles drin ist. Ich rechne da fest mit, weil ich als „The Walking Dead“ – Gucker sehr geimpft bin. Ich werde mich auf’s Land verkriechen und mich vorbereiten. Und vor allem werde ich die ganzen Zombies dann tot moderieren. Also, für Unterhaltung ist auf jeden Fall gesorgt, ich werde dann das erste „Voice of the Walking Dead“ moderieren!

Vielen Dank für das Gespräch!

von Torben Heymann und Christina Pham

 

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