Auf irgendeine Weise steckt  doch in jedem von uns 7 Milliarden Menschen ein Verbrecher. Jeder war irgendwie schon einmal kriminell, wenn es auch nicht dramatisch war. Die Bandbreite an Verbrechen geht ja von „Über eine rote Ampel gehen“ bis „Völkermord“. Sie sind so vielfältig, dass man es wahrscheinlich gar nicht schafft alle aufzuzählen oder darüber zu berichten. Und sie sind überall, in allen Bereichen der Gesellschaft, zu allen Tages- und Nachtzeiten, von vielen wissen wir wahrscheinlich gar nichts… Straftaten sind zwar keinesfalls neu, es werden aber immer mehr (bekannt) und man muss das Gefühl haben, dass die Menschheit immer skrupelloser wird. Was ist es für eine Erkenntnis festzustellen, dass ein Leben ohne Verbrechen nicht mehr möglich ist und, dass es auch niemanden wirklich stört. Wir ignorieren es und leben einfach weiter. Natürlich denkt man darüber nach, aber wer ändert denn wirklich etwas an seinem Verhalten? Dieser Anfang für einen Artikel ist jetzt sehr hart und jeder Journalist lernt, dem Leser niemals Vorwürfe zu machen, aber man kann sich eben nicht von allem zurückziehen, nur, weil es einem nicht gefällt, oder weil man sich selbst vielleicht wiedererkennt und wir schließen uns hier keinesfalls aus. Schließlich geht es um Verbrechen.

 

Fangen wir mal mit alltäglichen Dingen an: Beim Einkaufen werden größtenteils Produkte gekauft, bei deren Produktion die Menschen- oder auch Tierrechte missachtet werden. Natürlich ist dies kein Verbrechen im eigentlichen Sinn, aber man sollte sich schon im Klaren darüber sein, was man mit seinem Kauf unterstützt und ob das moralisch gesehen richtig ist. Zumindest wenn wir auch wirklich, das kaufen, was auf der Verpackung steht. Denn selbst das, ist ja nicht mehr selbstverständlich. So sind wir auch gleich bei der nächsten Art von Verbrechen angelangt: Verbrechen in der Landwirtschaft. Die Tiere werden mit Antibiotika voll gestopft, damit der Mensch mehr Fleisch hat und das erschreckende ist, was man alles in Kauf nimmt, nur um Fleisch zu essen, da setzt man glatt seine Gesundheit auf’s Spiel.

Obwohl die ja auch von Menschen riskiert wird, die uns eigentlich genau da helfen sollen. Nein, auch in der Pharmaindustrie wird man von Verbrechen nicht verschont.

 

Doch man muss ja gar nicht mal weiter gucken, als auf sein Smartphone. Wie viel Verbrechen diese Teile anrichten, macht einem schon Angst. Sie bestehen aus Materialien, die endlich sind und die vor allem höchst schädlich sind. Sie werden unter menschenunwürdigen Zuständen für uns Konsumenten zusammengebaut, wenn sie kaputt sind, werden sie entsorgt und in die dritte-Welt-Länder verschifft. Dort wird unser „Müll“ teils von kleinen Kindern auseinander genommen, um aus den Hightech-Geräten seltene Erden zu gewinnen. Das Problem daran ist, dass bei dem „Recycling“ Giftstoffe frei gesetzt werden, die oft krebserregend sind.

Wo wir  schon mal beim Thema Smartphones sind, dem ständigen Wegbegleiter, unserem Prestigeobjekt und praktischen Alleskönner. Es ist beeindruckend, was diese kleinen Minicomputer alles können. Doch durch die Allgegenwärtigkeit der Geräte und damit auch des Internets können ständig Verbrechen verrichtet werden: ein bisschen Cyber-Mobbing, ein kurzer illegaler Download…

Generell verlagert sich nach Expertenmeinungen die Kriminalität immer mehr ins Netz. Da wird gehackt, geklaut, betrogen, belästigt… Es gibt bedauerlicherweise Vieles, was man in dieser Welt für Schaden anrichten kann

 

Doch, dass die Täter immer jünger werden, egal um welches Verbrechen es jetzt geht, ist doch schockierend und vor allem, dass sie vor kaum etwas zurück schrecken.

Sie sind so alt wie wir und teilweise verurteilt wegen schwerer Körperverletzung, Brandstiftung. Wie kann es passieren dass Kinder Taten begehen, die ihr Leben für immer beeinflussen werden?

Verbrechen. Täglich werden in Deutschland offiziel 111 Verbechen begangen, Davon 4444 von Jugendlichen, die trotz ihres jungen Alters schon jetzt hinter Gittern sitzen. Und was noch viel erschreckender ist: Auch kleinere Straftaten wie Handtaschenraub werden immer brutaler, die Jugendlichen treten und schlagen auf ihre wehrlosen Opfer ein.

 

Besonders häufig von Fachleuten angeführt werden brutale Videospiele, insbesondere Ego-Shooter, als ein wichtiger Faktor für die Entstehung der erhöhten Gewaltbereitschaft von Jugendlichen.

Denn es gilt zu bedenken, dass diese Ego-Shooter zur Übung für Soldaten entwickelt wurden, die auch psychisch darauf trainiert sind. Wenn Kinder allerdings in die Rolle ballernder stark bewaffneter Soldaten schlüpfen kann dies die emotionale und geistige Stabilität schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Die Jugendlichen werden in dem Spiel darauf trainiert, andere als Gegner zu sehen, denn sie aggressiv bekämpfen müssen. Aggressive Gefühle, Brutalität und Gewalt werden dann bei bestehen des Levels belohnt. Dies führt unweigerlicher zu einer persönlichen Verrohung: Gewalt wird nicht als abschreckendes Mittel sondern als Lösung gesehen und in den alltäglichen Umgang mit eingebracht. Das muss nicht heißen, dass jeder Jugendliche, der Killerspiele spielt, auch gleich einen sozialen Defekt erleidet, denn ein weiterer Faktor kann diese Entwicklung entweder verstärken oder kompensieren: Das soziale Umfeld. Dazu zählt die Familie, aber auch der Freundeskreis. Wenn die Familie intakt ist, das Kind nicht unreflektiert und nicht ohne Diskussion spielt kann die Negativentwicklung gestoppt werden. Doch oftmals sind die heranwachsenden heutzutage allein zu Hause, weil beide Eltern arbeiten, und die sich dann auch nicht die Zeit nehmen sich mit dem Kind zu beschäftigen. Auch der Freundeskreis kann einen negativen Einfluss ausüben, durch Gruppenzwang Killerspiele zu spielen.

Generell ist der Gruppenzwang ein weiterer wichtiger Mechanismus, der junge Menschen dazu verleitet Gewalt auszuüben. Zwischen rivalisierenden Cliquen kann es schnell zu Auseinandersetzungen kommen, wobei man dann seine Loyalität beweist, indem man „einfach mitmacht“.

Doch auch ohne ins Bandenmilieu abzudriften übt der Freundeskreis ein großen Druck aus: Da ist es dann witzig, wenn man schwächere oder jüngere Kinder ärgert, und cool, wenn man sinnlos etwas zerstört, und es absolut in Ordnung, wenn man wehrlose und hilflose Tiere ohne einen bestimmten Grund zu haben quält, dass diese dann nach langen Leiden einen schmerzvollen Tod sterben.

Auch hier wieder wichtig: Sind die Eltern ein gutes Vorbild, kann es sein, dass nicht alle Jugendlichen in Cliquen keine Moral mehr haben.

 

Unerwartet sind da die aktuellen Statistiken zur Jugendkriminalität, die zeigen, dass es auch ein Licht am Ende des Horizonts gibt, denn Jugendkriminalität und Gewalt nehmen in Deutschland ab. Das liegt zum Einen daran, dass Kinder deutlich weniger von ihren Eltern geprügelt werden und wenn weniger heftig. In den letzten 20-30 Jahren hat sich diese Zahl halbiert, etwa 7% der Kinder leiden unter häuslicher Gewalt.

Zum Anderen haben sich  durch den Geburtenrückgang die Chancen von Heranwachsenden auf dem Arbeitsmarkt verbessert, sodass  Abdriften auf die schiefe Bahn kaum noch möglich ist. Ein weiterer Grund für den Gewaltrückgang ist, dass die Integration von Migranten in der Schule und auch in der Gesellschaft mittlerweile besser funktioniert. Somit wird  milieubedingte Gewalttätigkeit reduziert.

Zwar zeigt sich hier ein positiver Trend, von dem wir hoffen, dass er sich fortsetzt, aber sollten wir trotzdem das Ausmaß jedes Einzelnen Verbrechens nicht verkennen, indem wir uns nur auf Statistiken  verlassen und uns in Sicherheit wähnen.

 

Doch Verbrechen ist längst keine Privatangelegenheit mehr. Die Presse fällt über jede Straftat her wie ein ausgehungerter Hund über ein Stück Fleisch. Kein Wunder in unserer gewaltverliebten Gesellschaft. Je brutaler, desto besser verkaufen sich die Nachrichten. Besonders beliebt in den Medien: Junge Opfer oder Täter, Familiendramen, Bandenkriege. Es scheint, als ob wir uns zu  Vampiren entwickeln, die nur so auf den Anblick von Blut warten.

Entsprechende Nachrichten wenden sich mittlerweile intensiv den Opfern solcher brutaler Übergriffe zu. Sie werden oft mit einer ordentlichen Portion Emotionalität präsentiert,  dazu eine Beilage aus tränenüberströmten Gesichtern, garniert wird die perfekte Gewaltnachricht dann mit Kommentaren wie „unfassbar“ oder „entsetzlich“. Mit seriöser Berichterstattung hat das dann nicht mehr viel zu tun. Eine gewisse Mitschuld liegt auch an den neuen Arten der Kommunikation, denn insbesondere in sozialen Netzwerken verbreiten sich solche Horrornachrichten wie ein Lauffeuer.

Es hat eben eine ganz andere Wirkung, ob man etwas in den Zeitungen liest oder ein Video des Verbrechens im Internet sieht.

 

Es gibt so viele Verbrechen und man kann sie nicht alle aufzählen, weil viele noch gar nicht bekannt sind, aber auch, weil es schon jetzt viel zu viele sind. Eines jedoch haben sie alle gemeinsam: Eine Strafe, die man, meistens, für sie bekommt. Das Strafmaß ist mindestens genauso breit gefächert wie die Verbrechen an sich, jedoch lässt sich unterscheiden zwischen körperlichen Strafen, wie einer Geldstrafe und moralischen oder seelischen Strafen. Manche Straftaten sind so grausam, dass durch eine einfache Strafe nicht alles wieder gut gemacht werden kann. Vergewaltigungen, Körperverletzung… Sie hinterlassen Spuren. Beim Opfer und deren Angehörigen, aber auch beim Täter selbst. In diesen Fällen kann man seine Schuld nicht absitzen und vermutlich ist die Gefängnisstrafe an sich auch gar nicht so schlimm, wie die Schuldgefühle die man (hoffentlich) hat. Diese Gefühle sind eine viel härtere Strafe, weil man weiß, dass man seine Tat nicht wieder rückgängig machen kann. Die Schuld bleibt.

 

Um die Bevölkerung zu schützen gibt es ganze Reihe von Gesetzen, um genau zu sein 2287. Sie alle basieren auf dem ersten Artikel in unsrem Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Sie zu achten und zu schützen ist die Aufgabe aller staatlicher Gewalt. Das Menschen kein Leid zugefügt werden darf und niemand  in durch Gewalt in seiner Freiheit und Würde beraubt werden darf, das alles resultiert aus diesem Gesetz.

Nun, es gibt eine unendliche Menge von Gesetzen in unserem Strafgesetzbuch, indem genau erklärt wird, was alles bestraft wird.

Jedoch wirklich interessante Gesetze findet man aber eher in der Straßenverkehrsordnung.

Daraus ersichtlich wird, dass man zwar nackt Autofahren darf. Aber beim Aussteigen gibt es dann ein Strafzettel von 40 Euro, da man sich dann auf öffentlichen Raum befindet.

 

Ebenso sinnvoll hört sich ein Gesetz an, nachdem man in Deutschland nicht an öffentlichen Versammlungen oder Aufzügen teilnehmen darf, wenn man eine Pappnase oder einen falschen Bart trägt oder sein Gesicht bemalt hat, denn das verstößt gegen das Vermummungsverbot und kann sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden.  Aha. Ja ne, ist klar.

Und für die Nachtaktiven unter uns:

Wer den „Höhepunkt“ des Tages lautstark genießen will, sollte es abends nicht zu spät werden lassen. So entschied jetzt ein deutsches Amtsgericht und wies die Beklagten darauf hin, dass „lautes Stöhnen beim Sexualverkehr eine unzumutbare Belästigung der Nachbarn“ sei – zumindest zwischen 22 Uhr und 6 Uhr in der Früh‘. Auch interessant ist die Benutzerordnung für Toiletten, die in Sachsen-Anhalt gibt. Falls es jemand noch nicht weiß: Sie informiert darüber, was eine Toilette ist, was man damit macht, welches die optimale „Sitzposition“ ist und das man die Kleidung vor der „Darmentleerung“ herunterzieht. Ach ne.

 

Doch auch hier wird Deutschland vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten/Gesetze übertroffen. In den USA scheint man, was die Aktualisierung von Gesetzen angeht, doch leicht antiquiert zu sein, denn von Gleichberechtigung der Geschlechter hat man wohl noch nicht viel gehört: In Memphis, Tennessee gilt jedenfalls immer noch die Regel „Frau am Steuer Ungeheuer“. Frauen  dürfen dort nur Auto fahren dürfen, wenn ein Mann vor dem Auto herläuft und zur Warnung von Fußgängern oder anderen Autos eine rote Fahne schwenkt. Okay, bei manchen Fahrerinnen ist dieses Gesetz vielleicht wirklich nicht so schlecht, aber man darf an dieser Stelle wieder daran erinnern, dass Frauen viel weniger Autounfälle verursachen als Männer.

 

Irgendwie ist es doch erfrischend, dass Recht und Ordnung nicht immer staubtrocken seien müssen.

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